|
Geschichten
Hallo, da bin ich wieder
Hallo, mein Freund
Die Lichträuber von der
Ostsee
Die kleine
Bildergeschichte
Herbststurm
an der Ostsee
Odin
im Ostseebad Dierhagen
Nachruf
- der Eiche von Dierhagen
Gedichte
Winterzauber
Oma, ist Advent?
Ein frohes Fest
Frühling bei uns
Danke
Dir, zum
Muttertag
Ostertag
Herbst im Norden
Stolz der
Bäume
Die Eiche
Brunnen der
Weisheit
Liedertexte
Land vor den Inseln
Mein Mecklenburg-Vorpommern
Perle am Ostseestrand
Molly von Bad Doberan
|
Es gab einmal
auf einer Halbinsel vor langer, langer Zeit, einen
kleinen Ort , an dem sich in regelmäßigen Abständen eine kleine Gruppe
männlicher Anwohner der Orte, die auf der Halbinsel lagen, traf.
Nicht normal war der Zeitpunkt der Zusammenkunft und die von
jedem einzelnen Mann getragenen Gedanken, heimlichen Wünsche und
Sehnsüchte.
Um mitternächtlicher Stunde und nur bei Vollmond hatte die
Gemeinschaft doch nur ein Ziel, nämlich gemeinsam und in inniger Ruhe, den
vollen und hellen Mond, hoch über dem Bodden stehend, anzuschauen.
Ein solches Licht bei dunkler Nacht und für immer im Dorf zu haben, das war ihr
Traum, den zu erfüllen, dazu waren sie zu allem bereit.
Eines Nachts, wieder einmal stand der Mond mit seiner
ganzen Pracht über dem Gewässer, erschien, aus dem hohen Rohr kommend, plötzlich
und unerwartet, eine alte Frau an dem Ort der
stetigen Ruhe und des innigen Friedens, an dem Ort der Sehnsucht und Träume.
Obwohl offensichtlich alle der in den Mond blickenden
Männer durch
das Erscheinen der Alten überrascht waren, war keiner von ihnen in der Lage, eine
Frage an die so plötzlich Erschienene zu richten.
Keiner der Mannsbilder hatte das alte Weib bisher
in seinem Dorf gesehen, keiner kannte sie und selbst bei Einkäufen in der nahen
Stadt, hatte sie bisher noch keiner erblickt.
Die Alte aber war schlagfertig und pfiffig.
Sie kannte genau die heimlichen Wünsche dieser Männer und bevor nur einer der
Anwesenden auf die Idee kam, an eine Frage zu
denken, sie zu formulieren und letztlich zu stellen, machte sie, ohne ihre
plötzliche
Anwesenheit näher zu begründen, bereits die ersten Vorschläge: "Wollte ihr den Mond in den Händen tragen, so müsst ihr ihn
runterholen und wollt ihr sein helles Nachtlicht besitzen, so müsst ihr das
jetzt, unmittelbar und ohne jeden Zeitverlust bewerkstelligen.
Fragt nicht nach dem wie und womit - seit einig in den Gedanken - macht es,
macht es sofort.
Nur dann, wenn ihr alle einig seid, wenn jeder von euch mit einem
gleichen Teil an Mondlicht zufrieden ist, wird euch das auch gelingen.
Streckt die Hände ausgebreitet, zum Mond gerichtet aus, greift dann zu!
Tragt das Licht in euere Dörfer und ihr werdet es in der Nacht nicht mehr
dunkel haben.
Doch wisset. Bei dem, der die Einigkeit aller verlässt, wird unverzüglich
kein Licht mehr in der Nacht in seinem Dorf scheinen."
So wie die Alte erschienen war - verschwand sie.
Die Männer aber
brauchten nicht lange zu überlegen. Sie waren einig und setzten das ihnen
aufgetragene unmittelbar in Tat um. Sie streckten ihre ausgebreiteten Hände in
die Richtung des Mondes und griffen zu.
Siehe da, ein jeder der Anwesenden hielt einen Teil des Lichtes in seinen
Händen. Ihr Traum war Wirklichkeit geworden.
Schnell trennten sie
sich und es eilte ein jeder in sein Dorf.
Seit jener Nacht
waren die Strassen in den Orten auf der Halbinsel hell erleuchtet.
Doch da, wo es des Nachts im Dorfe wieder dunkel blieb, hatte einer der Männer die Einigkeit
verlassen.
Gäbe es
heute kein elektrisches Licht, so wären die Orte auf der Halbinsel in der Nacht........................
Siegfried Kümmel C
2006
Weitere
Geschichten
|
bb
|
|
Ein
Traum
auf
der
Insel,
ist
Licht
für
den
Ort.
|